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Aus Delhi, für alle Gemeinden, 29.11.2017

Liebe Leserin, lieber Leser,

24 Türen sind es auf meinem Adventskalender bis Weihnachten. Seit heute dürfen sie, Tag für Tag je eine, geöffnet werden. Dahinter findet sich ein wenig Schokolade, die mir die Wartezeit auf Weihnachten hin versüßen will. Und die mich daran erinnert, dass es in meinem Leben tatsächlich eine Zeit gab, in der ich es kaum erwarten konnte, dass endlich, endlich diese scheinbar ewig währenden Tage verstreichen würden und dass Weihnachtsabend wäre…

Es ist nur eine kleine Tür aus Papier, die ich öffne. Und doch liegt hinter ihr eine Welt der Erinnerung. Z.B. daran, dass ich es in keinem Jahr ausgehalten habe, nicht wenigstens einmal mehr als die tägliche Tür zu öffnen und vorzunaschen. Kaum war die Schokolade stibitzt, wurde das Türchen sorgfältig wieder verschlossen. Der Ort, an dem der Kalender in der Eingangsdiele meiner Eltern hing, kommt mir wieder in den Sinn. Und wie ich stundenlang vor dem Kalender stehen, mir die Bilder anschauen und wieder und wieder nachzählen konnte, wie viele Türen bereits geöffnet und wie viele noch verschlossen waren. 

Die Türen meines Kalenders erinnern an das, was schon war, und an das, was noch sein wird. Für die Augen des Kindes stecken sie voller Verheißung. Nicht nur, weil sie die Restdauer bis Weihnachten anzeigen, sondern auch, weil sie so manches Tagesdatum mit einem der zahlreichen Ereignisse der Adventszeit verbinden: Weihnachtsbasteln hier, der Theaterbesuch da, der Quempas dort, an dem Tag kommt Besuch, dann ist die Weihnachtsfeier in der Schule und die in der Kirchengemeinde usw. Der Zauber des Adventskalenders ist weniger das konkrete Stück Schokolade oder das Geschenk, das sich hinter dem Türchen verbirgt. Sondern es ist die Verheißung dessen, was in diesen Tagen geschehen soll – und, so Gott will, auch wird.

Vielleicht wäre es spannend, einmal von den Türen des Adventskalenders abzusehen und zu überlegen, welche Türen es eigentlich sind, die in meinem Leben für Verheißung stehen? Ist es die Wohnungstür, die Ruhe und Schutzraum oder vielleicht auch Menschen verheißt, mit denen ich mein Leben teile? Ist es die Tür der Sporthalle, die für Freizeitausgleich, spielerisches Messen und Aussicht auf Erfolg steht? Oder die Tür der Arbeitsstelle, die für einen erfüllten Arbeitsalltag steht? Oder die Kirchentür, hinter der ich Zeit für mich selbst und meinen Gott finde? Oder ist es der Musikraum, in dem ich alleine oder mit anderen probe? Oder gar die Tür, die sich hinter mir schließt, weil sich mir die Seele erst in der Natur wahrhaft weitet? Oder, oder, oder? Was sind die Türen Ihres Lebens, hinter denen Sie Stärkung und Freude, Lebenssinn und Verheißung finden?

Jesus Christus spricht (Joh 10,9): „Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden.“

Bitte nehmen Sie in Ihre und Eure Gebete auf – Fürbitten

+ die Menschen, die sich weltweit reformatorischen, orthodoxen und katholischen Kirchen hingezogen fühlen und ihren Glauben im Alltag zu leben versuchen

+ die muslimische Minderheit der Rohingyas in Myanmar und Bangladesch

+ Papst Franziskus I. in seinem Dienst und während seiner Reise in Myanmar und Bangladesch

+ die Menschen in Mali, Syrien, im Irak und Jemen, in der Ukraine, im Hungergebiet am Horn von Afrika (Äthiopien, Eritrea, Somalia, Sudan und Uganda), in Indien und Nepal und die Flüchtlinge in Europa und Afrika, im Nahen Osten und in der südasiatischen See

+ die Menschen in Myanmar und Thailand

(Zusammen mit dem ökumenischen Fürbittkalender des WCC)

Soll auch Ihr/ Euer Gebetsanliegen im Gottesdienst berücksichtigt werden? Teilen Sie es Pfarrer Lesinski mit (Kontakt s.o.).

 

Mit herzlichem Gruß

Ihr und Euer

Markus Lesinski, Pfarrer

 

… auch das noch!

“Schweigend Zeit vergehen lassen, macht einzelne Menschen und Völker wieder jung  Cesare Pavese, 1908-1950, italienischer Schriftsteller.