Pfr. i. R. Wolfgang K. Leuschner:

Predigtauszug vom 10.11.2019 über Lukas 6, 27-38

 

 

 

Zunächst das Wichtigste aus dem Bibeltext:

27 Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen;

28 segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.

29 Und wer dich auf die eine Backe schlägt, dem biete die andere auch dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem verweigere auch den Rock nicht.

31 Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch!

36 Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

37 Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.

 

Jesus, der Politiker

Das ist eine politische Botschaft. Bekannt und umstritten, wenn man sie auf die Politik bezieht, doch zugleich eine Botschaft, die Leben bringt.

Mohammed war nicht nur Religionsstifter, sondern auch Staatsmann und Heerführer. Jesus, unser Religionsstifter, war auch politisch, aber auf eine ganz andere Art:

Liebet eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.

Diese Rede steht im Gegensatz zu dem Feldherrn Mohammed. Auch christliche Herrscher und Politiker haben sich oft nicht an diese Sätze gehalten. Doch immer wieder haben Menschen auf diese Politik Jesus Christi zurückgegriffen. Mahatma Ghandi im indischen Unabhängigkeitskampf, Martin Luther King im Kampf um die Gleichberechtigung der Schwarzen in den USA, die Friedensbewegung in der DDR, die letztlich zum Fall der Mauer und zur friedlichen Wiedervereinigung führte.

Jesus, der Lebensberater

Diese anderen Maßstäbe von Jesus Christus entfalten auch in unserem Zusammenleben und in meinem persönlichen Leben heilsame Wirkung.

„Wie ihr wollt, das euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch.“ Die allseits bekannte Goldene Regel. Mit ihr üben wir Empathie ein: Einfühlungsvermögen. Wer darin erst einmal geübt ist, der merkt, wie sehr wir Menschen miteinander verbunden sind – in aller Verschiedenheit.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“.
Das moderne Wort für barmherzig ist mitfühlend. Dieses Erziehungsziel ist anders als das, was wir zu Genüge kennen: Sei stark und tapfer. Sei ordentlich und diszipliniert, aber auch: Setz dich durch und: Gefühle sind Nebensache. Der Psychoanalytiker Hanno Maaz hat aufgezeigt, wohin diese Ziele führen: Zu Kampf, statt zur Liebe, zur Herrschaft, statt zur Gemeinschaft. Wenn Gefühle und Verstand getrennt werden, wirkt das zerstörend.

Jesus berät uns, wie wir mit unseren Gegnern und Feinden umgehen sollen: Denen Gutes tun, die uns hassen. Wir verdammen sie nicht, verurteilen sie nicht, sondern vergeben ihnen ihr Unrecht an uns. Das Ziel: Kommunikation statt Krieg – im Gespräch bleiben, statt untergehen.

Schwierig, dieses Ziel zu erreichen. Die wichtigste Voraussetzung dazu: Meine eigenen inneren Widersprüche wahrnehmen und sie annehmen. Das ist möglich, weil uns Jesus Christus in unserer Widersprüchlichkeit annimmt. Gott sei Dank.

 

KINDER

Ökumenische Kinderbibeltage finden zumeist im September statt.

Weitere Info zur Ökumene finden Sie hier

Schatzkiste für Kinder
Wir freuen uns über die Teilnahme der Kindern an allen Gottesdiensten.An allen Gemeindeorten steht eine ‘Schatzkiste’ für Kinder bereit.In ihr finden sich Bücher, Malpapier und Ausmalbilder zum jeweiligen Gottesdienstthema.Eltern helfen uns, wenn sie für Ihre Kinder Malstifte mitbringen.Gottesdienstermine finden Sie im jeweiligen Rundbrief der Gemeindeorte.
Krabbelgottesdienste
Der „etwas andere“ Gottesdienst für Kinder zwischen 0 und 5 Jahren.
Krabbelgottesdienste finden in regelmäßigen Abständen in Delhi statt.
Wann: Termin nach Bekanntgabe, z. Zt. einmal monatlich montag nachmittags, 16:00 UhrWo: Gemeindewohnung der DPKN