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Aus Delhi, für alle Gemeinden, 29.07.2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein König zog durch sein Land und kam unterwegs in eine kleine Stadt, wo er an Zäunen, Toren und Bäumen Anzeichen verblüffender Schießkunst feststellte. Denn überall fand er aufgemalte Kreise, wie auf einer Schießscheibe. Und alle wiesen genau in ihrer Mitte ein Einschussloch auf. So ließ der König Nachforschungen anstellen, wer hier in dieser Stadt ein so vortrefflicher Schütze sei. Umso mehr war er überrascht, als man ihm einen zehnjährigen Jungen vorstellte, der sich als der Meisterschütze ausgab. „Das ist doch unglaublich!“ sagte der König erstaunt. „Wie um alles in der Welt bringst Du das fertig?“ 
„Kinderleicht“, war die Antwort. „Ich schieße zuerst und male dann die Kreise.“

 Denke ich nicht in der gleichen Weise und nehme meine Umwelt wahr wie dieser „Meisterschütze“? Mein Verstand nimmt selektiv nämlich nur die Informationen auf, die bereits irgendwie in mein Weltbild passen. Der Rest wird einfach ausgeblendet. Nur deshalb kann ich das Gefühl entwickeln, bereits „ins Schwarze“ getroffen zu haben! Schon 1620 stellte der englische Philosoph Francis Bacon fest: „Hat der menschliche Verstand einmal eine Meinung angenommen, so zieht er alles heran, um diese zu bestätigen und mit ihr zusammenzustimmen. Und selbst wenn sich für das Gegenteil mehr und weit bessere Beweise anbieten, so wird er diese mit großer und schädlicher Voreingenommenheit ignorieren, verdammen oder sie durch Spitzfindigkeiten als irrelevant betrachten, auf dass die Autorität seiner ersten Annahme ungeschmälert erhalten bleibe.“ 


 Zahllose Gespräche zwischen Menschen haben ja gar nicht die Absicht, etwas Neues und Anderes zu entdecken oder mitzuteilen. Vielmehr spreche ich ja am liebsten mit denen, die meine eigenen, bekannten Ansichten bestätigen. Und auch Argumente dienen nicht immer dazu, ein Gespräch zu bereichern, sondern mitunter dem Gegenteil: Nämlich eine andere Sicht der Dinge von vornherein abzuwehren.

 
„Weh denen, die weise sind in ihren eigenen Augen und halten sich selbst für klug!“ (Jesaja 5.21) Ich verstehe diese Mahnung so, dass es für mich noch jede Menge Anderes, Neues und Interessantes zu entdecken gäbe, wenn ich meine eigene Meinung nicht länger mit der ganzen Wirklichkeit verwechseln würde! Stellen Sie sich in der nun beginnenden Sommerpause doch einmal „janz dumm“ und lassen sich überraschen, was dann geschieht!

 So wünsche ich Ihnen weiterhin eine treffliche, erholsame, anregende und gesegnete Sommerpause und einen gesegneten Übergang.

 

Bitte nehmen Sie in Ihre und Eure Gebete auf – Fürbitten

+ Alle, die auf Reisen gehen

+ die Deutschsprachige Protestantische Kirchengemeinde an all unseren Standorten mit ihren Mitgliedern, Freunden und Interessierten

+ die Menschen, die sich weltweit reformatorischen, orthodoxen und katholischen Kirchen hingezogen fühlen und ihren Glauben im Alltag zu leben versuchen

+die muslimische Minderheit der Rohingyas in Myanmar und Bangladesch

+ die Menschen in Mali, Syrien, im Irak und Jemen, in der Ukraine, im Hungergebiet am Horn von Afrika (Äthiopien, Eritrea, Somalia, Sudan und Uganda), in Nepal, Bangladesch und die Flüchtlinge in Europa und Afrika, im Nahen Osten und in der südasiatischen See

+ die Menschen in der Republik Kongo, in Gabun, São Tomé und Príncipe

(Zusammen mit dem ökumenischen Fürbittkalender des WCC)

Soll auch Ihr/ Euer Gebetsanliegen im Gottesdienst berücksichtigt werden? Teilen Sie es Pfarrer Lesinski mit (Kontakt s.o.).

 

Mit herzlichem Gruß

Ihr und Euer

Markus Lesinski, Pfarrer

… auch das noch!

„Menschen lieben ihre Feindbilder. Das macht den Alltag übersichtlich.“ (Frank-Walter Steinmeier, *1956, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland in einem ZEIT-Interview über aktuelle Themen und Gesellschaftsfelder in Deutschland.)