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Aus Delhi, für alle Gemeinden, 24.12.2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

herzlich grüße ich Sie und Euch zum Weihnachtsfest mit den Worten des Tagesspruchs vom Heiligen Abend: „Wenn ich rufe zu dir, Herr, mein Fels, so schweige doch nicht.“ (Psalm 28,1)

Astrid Lindgren schrieb 1944 zu Weihnachten in ihr Tagebuch: „Die zweite Hälfte des Jahres ist die Hölle gewesen, und der Boden unter mir ist bis auf die Grundfesten erschüttert worden … – aber eigentlich bin ich nicht unglücklich. Es gibt ja trotz allem so vieles, was mein Dasein ausfüllt. Nach allem, was war hätte das ein fruchtbares Weihnachten werden müssen – und natürlich habe ich salzige Tränen in den Heringssalat vergossen, den ich am Abend vor Heiligabend zubereitet habe, aber da war ich erschöpft, das zählt also nicht. Wenn man glücklich sein mit gutgehen gleichsetzen kann, dann bin ich übrigens wohl immer noch glücklich. Aber so einfach ist es nicht.. wenn man glücklich sein will, muss es aus dem eigenen Inneren kommen.“

Wie unterm Brennglas lesen sich diese Zeilen. Ich glaube, sie können vielen Menschen aus dem Herzen zu sprechen – wie so oft bei Astrid Lindgren. Da sind die, die ein schlimmes Jahr hinter sich haben und nicht wissen, wie es zu Weihnachten gehen kann. Da sind die, die so kaputt und erschöpft am Heiligen Abend ankommen, dass es gar nicht so einfach ist, in ruhiges Fahrwasser zu finden und sich zu freuen. Und da bin ich, dem es ja eigentlich so gut geht, so dass ich fast gar nicht zu hinterfragen wage, ob mich diese besondere Botschaft am Heiligen Abend erreichen wird.

Aber dem ging die Einsicht voraus, dass es darauf ankommt, was in mir geschieht. Ob es mir gelingt, auf das zu hören, was mir wirklich wichtig ist und das mit anderen zu teilen, was mich zu einem Menschen macht: meine Verletzlichkeit und Sehnsucht, meine Hoffnung auf Frieden, inneren und äußeren, und meine Sehnsucht nach gelingendem Leben.

Auf dem Weg zur Krippe lässt sich all das leichter in Gedanken und Worte fassen als irgendwann sonst. Vielleicht weil diese familiäre Situation mit ihren Grenzen und Provisorien das ist, was auch mein Leben im Kern prägt – denn so beginnen alle Menschen.

Den Herrnhuter Losungstexten ist dieser Tage ein Wort von Franz Kett beigegeben: „Gott ist die Liebe. Willst du sie spüren, öffne dein Herz, wie Maria es tat. Vielleicht spürst du dann die Botschaft des Engels: Du bist voll Gnade, der Herr ist mit dir.“

In ihrem Tagebuch schreibt Astrid Lindgren später übrigens, dass es ein schöner Abend geworden ist.

Ich wünsche Ihnen und Euch eine frohe und gesegnete Weihnachtszeit und ein gesundes und gesegnetes neues Jahr.

 

Bitte nehmen Sie in Ihre und Eure Gebete auf – Fürbitten

+ die Menschen, die während der Weihnachtszeit auf Reisen sind

+ die Deutschsprachige Protestantische Kirchengemeinde an all unseren Standorten mit ihren Mitgliedern, Freunden und Interessierten

+ die Menschen, die sich weltweit reformatorischen, orthodoxen und katholischen Kirchen hingezogen fühlen und ihren Glauben im Alltag zu leben versuchen

die Flutopfer im Süden Indiens

+ die Erdbebenopfer auf Lombok

+ die muslimische Minderheit der Rohingyas in Myanmar und Bangladesch

+die Menschen in Mali, Syrien, im Irak und Jemen, in der Ukraine, im Hungergebiet am Horn von Afrika (Äthiopien, Eritrea, Somalia, Sudan und Uganda), in Nepal, Bangladesch und die Flüchtlinge in Europa und Afrika, im Nahen Osten und in der südasiatischen See

+ die Menschen in Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon und Palästina

(Zusammen mit dem ökumenischen Fürbittkalender des WCC)

Soll auch Ihr/ Euer Gebetsanliegen im Gottesdienst berücksichtigt werden? Teilen Sie es Pfarrer Lesinski mit (Kontakt s.o.).

 

Mit herzlichem Gruß

Ihr und Euer

Markus Lesinski, Pfarrer

… auch das noch!

„Was taugt das geistige Erbe, wenn es keinen Erben mehr gibt?“ (Antoine de Saint-Exupéry, 1900–1944, französischer Schriftsteller)