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Aus Delhi, für alle Gemeinden, 10.09.2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

für eine Studie der Deutschen Krankenversicherung wurden 2900 Menschen auf ihre Gesundheit hin befragt. Eine der Fragen lautete, ob sie sich selbst gesund fühlen. Diese Frage bejahten 61%. Immerhin. Allerdings wurden sie ebenfalls danach befragt, wie ihre Alltagsgewohnheiten im Leben aussähen. Und demnach, so die Studie, würden tatsächlich nur 9% Befragten gesund leben. Vor allem Bewegung sei es, an der es mangele.

Was für ein Unterschied zwischen Selbstwahrnehmung und tatsächlicher Situation! Wie kann es sein, dass Menschen sich selbst scheinbar so schlecht wahrnehmen? Vielleicht ist es ja so, dass mir der gewohnte Alltagstrott dermaßen vertraut ist, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, wie es auch anders sein könnte. Ich denke an einige meiner Konfirmanden. Tolle Jugendliche, die allerdings vor allem die Finger auf ihren Mobiltelefonen bewegen. Während des Unterrichts sah ich sie einmal über einen Baum balancieren. Es war nicht zu übersehen, wie ungewohnt ihnen solche Bewegungsabläufe waren. Sie haben das toll gemacht, nicht aufgegeben und sind in ihrer Geschwindigkeit Schritt für Schritt tapfer über den Baumstamm gegangen. Wahrscheinlich würden sie weder heute noch morgen sagen, dass sie sich krank fühlen. Nur wissen sie ja nicht, wie sich ihr Körper auch anfühlen könnte, wenn sie des Öfteren hüpfen, springen oder Ball spielen würden statt auf dem Mobiltelefon zu daddeln oder zu chatten.

Beim Schreiben denke ich auch an Religion. Ist es mit dem Glauben nicht ähnlich? Aktiver Glaube ist schließlich mit Bewegung verbunden. Es ist die Suche nach Frömmigkeitsformen, die zu mir selbst passen. Es ist die Einübung spiritueller Praktiken wie des Gebets, des Gesangs, der Meditation, der bewussten Wahrnehmung der Welt als Schöpfung, des aktiven Zuhörens von geistlicher Musik oder auch der bewussten Teilnahme an einer Andacht oder einem Gottesdienst. Die möglichen Ausdrucksformen sind Legion. Aber die Deutung hängt an meiner aktiven Aneignung des Glaubens. Sonst bleibt der Glaube leer.

Vermutlich stimmt es, dass den meisten Menschen der Glaube in ihrem Leben nicht fehlt. Dass sie ohne diese Bewegung, ohne dieses Suchen und Tun auskommen und zufrieden sind. Ich bedaure nur, dass solche Zufriedenheit vor dem Selbstversuch steht, wie es auch anders sein könnte. Denn ich halte das Geschenk des Glaubens für eine Bereicherung. Glaube ist neugierig. Er fragt nach dem, wie Gott mich wohl gedacht hat. Darin setzt er Veränderungsfähigkeit voraus und die Möglichkeit zur Entwicklung frei. In jener alten Erzählung, die davon berichtet, dass Gott Abraham auffordert, sein altes Land und Leben zu verlassen, heißt es (1Mose 12,1-2): „Geh in ein Land, das ich dir zeigen will… Denn ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“

 

Bitte nehmen Sie in Ihre und Eure Gebete auf – Fürbitten

+ die Deutschsprachige Protestantische Kirchengemeinde an all unseren Standorten mit ihren Mitgliedern, Freunden und Interessierten

+ die Menschen, die sich weltweit reformatorischen, orthodoxen und katholischen Kirchen hingezogen fühlen und ihren Glauben im Alltag zu leben versuchen

die Flutopfer im Süden Indiens

+ die Erdbebenopfer auf Lombok

+ die muslimische Minderheit der Rohingyas in Myanmar und Bangladesch

+ die Menschen in Mali, Syrien, im Irak und Jemen, in der Ukraine, im Hungergebiet am Horn von Afrika (Äthiopien, Eritrea, Somalia, Sudan und Uganda), in Nepal, Bangladesch und die Flüchtlinge in Europa und Afrika, im Nahen Osten und in der südasiatischen See

+ die Menschen in Ghana und Nigeria

(Zusammen mit dem ökumenischen Fürbittkalender des WCC)

Soll auch Ihr/ Euer Gebetsanliegen im Gottesdienst berücksichtigt werden? Teilen Sie es Pfarrer Lesinski mit (Kontakt s.o.).

 

Mit herzlichem Gruß

Ihr und Euer

Markus Lesinski, Pfarrer

… auch das noch!

„Auf die Pauke hauen will jeder, aber tragen will sie keiner.“ (Ulrich Bremi, *1929, schwedischer Unternehmer)